Gemeinde Gutenstetten

Landkreis Neustadt a.d.Aisch
Bad Windsheim

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Chronik zum Bauernkrieg 1525 in Gutenstetten

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Autoren:(2002)
Hermann Blendinger, Pfarrer i.R. An der Schafleite 5, 91468 Gutenstetten (†2005)
Helmut Reiß, Bürgermeister Gutenstetten, Gartenstr.8, 91468 Gutenstetten

 

Chronik zum Bauernkrieg 1525 in Gutenstetten

Ursachen

100 Bauernbewegung

Eigentlich war der Bauernkrieg eine Kulturrevolution. Er hatte sich schon lange angekündigt, nicht nur bei den Bauern: Die ganze mitteleuropäische Gesellschaft war aus dem Gleichgewicht geraten. In den Städten klagten die Bürger über die zunehmende Macht des reichen Patriziats, die einfachen Schichten stöhnten unter der Willkür der sie beherrschenden Räte. Die jüngst in ihrem Einfluss stark beschnittenen Ritter revoltierten gegen die Willkür der Landesfürsten und gegen die Konkurrenz der Städte. Spannungen allenthalben. In diesem explosiv gewordenen Gemisch gärenden Unmuts wirkte Luthers evangelische Botschaft „Von der Freiheit eines Christenmenschen" (1520) als der zündende Funke. Viele vernahmen hier eine Aufforderung, den Kampf um ihnen zustehende Rechte selber in die Hand zu nehmen.
Vor allem die Lage der Bauern hatte sich im Lauf des 15. Jahrhunderts verschlechtert(49). Hungersnöte, Epidemien und Geldentwertung machten das Wohnen auf dem Land immer schwerer. Abwandern war kaum mehr möglich: Die Städte konnten oder wollten den Geburtenüberschuss der Dörfer nicht mehr auffangen, neue Rodungsgebiete, wie früher in Schlesien, Brandenburg, Pommern oder Ostpreußen, gab es nicht mehr.
Und die Grundherren erhöhten die Abgaben. „Der Übergang von der Natural- zur Geldwirtschaft brachte Landesherrn und Grundbesitzer ebenso in Bedrängnis wie den gemeinen Mann, nur dass die ersteren den Druck nach unten weitergeben konnten, indem sie „Wald, Wasser, Weide für sich bannten" und damit bäuerlicher Nutzung entzogen(50). Sie erfanden immer neue Abgaben: Zum "Großen Zehnt" kam der „Kleine Zehnt", „Blutzehnt", „Gült", „Besthaupt", außerdem zogen sie die abhängigen Bauern willkürlich zu Hand-und Spanndiensten heran. Man hat ausgerechnet, dass bei vielen Bauern die auferlegten Dienst- und Sachleistungen mehr als die Hälfte ihres Einkommens verschlangen. Für die damalige Zeit war das sehr viel, für manche bedeutete das den Ruin.
Wir sollten die aufbegehrenden Bauern nicht voreilig als Aufrührer abstempeln. Sie wollten zunächst nicht ihre Herrn stürzen, sondern nur die Wiederherstellung geschmälerter Rechte einfordern. Erst als sie von den Grundherrn hochfahrend abgewiesen wurden, schlugen sie los.



49 Zum Folgenden vgl. Carhheinz GRAETER, Der Bauernkrieg in Franken, Würzburg 1975, S. 27ff.
50 Ebd., S. 32.

 
 

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Die LageErstes Wetterleuchten einer gewaltsamen Bauernerhebung gab es schon vor 1500, vor allem in Schwaben, am Oberrhein, auch in Franken, aber die Unruhen waren örtlich begrenzt und wurden von den Fürsten schnell unterdrückt. Als bei den Bauern Luthers Schrift „Von der Freiheit..." bekannt wurde, sahen viele in der Reformation ihren Bündnispartner. Und Luther schien mitzuspielen, anfangs jedenfalls. Er stellte sich hinter die 1525 veröffentlichten „Zwölf Artikel", in denen die schwäbischen Bauern ihre Forderungen an die Herren zusammenfassten. Doch die Erhebung folgte längst ihren eigenen Gesetzen. Als die Fürsten und die geistlichen Grundherrn nicht auf die Wünsche der Bauern eingingen, kam es zum Aufstand. Nun gingen Schlösser und Klöster in Flammen auf. Szene aus dem Bauernkrieg. Bauern stürmen das Kloster Weißenau, der Abt und die Mönche fliehen. (Aus der Bilderchronik des Abtes Jakob Murer von Weißenau) GutenstettenGutenstetten wurde Anfang April 1525 zu einem Sammelpunkt von Aufständischen. (51) Aus der ganzen Gegend strömten hier Gruppen bewaffneter Bauern zusammen, aus Hagenbüchach, Emskirchen und Markt Erlbach, bis aus Forchheim sollen sie gekommen sein und schließlich an die tausend Mann umfasst haben. Zuerst zogen sie zur Abtei Münchsteinach, nahmen „ihren Herrn Abt [Christoph von Hirschaid] gefangen, plünderten das Kloster, schleppten den Abt mit nach Markt Bibari und trieben das Klostervieh weg" (Gutenstettener Pfarrbuch). Nach der Überlieferung hat sich der Abt gegen bäuerliche Angriffe verzweifelt gewehrt. „ In seiner Wohnung, der Abtei...belagert, warf er Bienenkörbe und was er schnell haben konnte, auf die Stürmenden herunter. Vergebens."(52) Der abziehende Haufe zündete auch die Klostergebäude an, scheint aber die Kirche verschont zu haben. Übermäßig stürmisch sind die Bauern aber offenbar nicht vorgegangen. Der Abt schreibt darüber: „Ich möchte den Schaden in Kirche und Kloster nicht allzu hoch ansetzen." Bald brannten auch die Schlösser von Rockenbach und Dachsbach nebst weiteren Klöstern und Adelssitzen der Umgegend". Innerhalb eines Monats wuchs der hiesige Bauernhaufe auf etwa 3000 z.T. gut bewaffnete Streiter an. Sie belagerten die markgräfliche Nebenresidenz Neustadt, die sich ihnen kampflos ergab. Die Stadt wurde von 500 Bauern besetzt, der Bürgermeister abgesetzt, ein neuer Stadtrat berufen und der Kastner Bernbeck zum Stadtoberhaupt bestimmt. Die Einwohner scheinen mehrheitlich mit den Bauern gemeinsame Sache gemacht zu haben. Am 13. Mai zerstörten die Bauern auch das markgräfliche Kloster Birkenfeld, das seit eineinhalb Jahrhunderten auch die Patronatsrechte über die Pfarrei Gutenstetten ausübte. Die nächsten Kriegswochen sahen Neustadt auf der Seite der Bauern. Markgraf Kasimir, der verdrängte Stadtherr, hatte sich bei Markt Erlbach verschanzt. Als der „Aischgründer Haufe" die Gegend verlassen hatte, um sich der Rothenburger Landwehr anzuschließen, übte Kasimir Vergeltung: 51 Zum Folgenden vgl. DEININGER, Geschichtliche Nachrichten, S. 8 - 10; BENSEN, Geschichte des Bauernkriegs in Ostfranken, Erlangen 1840, Neudruck Aalen 1978. 52 Georg Ludwig LEHNES, Geschichtliche Nachrichten von den Orten und ehemaligen Klöstern Riedfeld, Münchsteinach und Birkenfeld, Königl. Landgericht Neustadt a. d. Aisch, Neustadt a. d. Aischl833, S. 110. Die Benediktinerabtei in Münchsteinach wurde nach ihrer Plünderung aufgelöst und nicht mehr neu besetzt. Somit übernahmen ab 1529 die Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach die direkte Rechtsnachfolge, welche zuvor die Klosterabtei innehatte und setzten einen Amtsvogt für das Kloster ein.Satire auf das üppige Leben der Mönche (H.S. Beham) VergeltungAls der „Aischgründer Haufe" die Gegend verlassen hatte, um sich der Rothenburger Landwehr anzuschließen, übte Kasimir Vergeltung: Er brandschatzte mehrere Dörfer, u.a. Stübach, Diespeck und am 26. Mai auch Gutenstetten. Dabei wurden „34 von 41 hiesigen Herdstätten abgebrannt, von den übrigen zum Teil die Stadel [Scheunen] verbrannt, allen Wirtschaften die Kühe genommen oder die Häuser geplündert, die Kirche hart verderbt". Auch Kleinsteinach wurde geplündert, die drei Herdstetten in Haag wurden „alle verprennt". Das waren zunächst Einzelunternehmungen der geschockten Fürsten. Aber bald wendete sich das Geschick der Bauern insgesamt. Das fränkische Bauernheer wurde von den Soldaten des oberschwäbischen Bundes unter dem Kommando des Jörg Truchsess von Waldburg, dem berüchtigten „Bauernjörg", am 2. Juni 1525 bei Königshofen an der Tauber vernichtend geschlagen. Florian Geyer aus Giebelstadt bei Würzburg, vielleicht der fähigste Feldherr im fränkischen Bauernheer, wurde nach einer weiteren bäuerlichen Niederlage in Rimpar am 10. Juni von seinen eigenen Leuten ermordet. Nun glaubte der Markgraf keine Rücksicht mehr nehmen zu müssen. Er hielt grausames Gericht über die aufständischen Gemeinden. Seine Soldaten überzogen das Land von Bamberg bis Kitzingen mit Terror. Schließlich machte er sich von Iphofen aus auf den Weg zu seiner noch vom Feind besetzten Nebenresidenz Neustadt an der Aisch. „Die Stadt hatte ihn durch eine Abordnung schon zu Uffenheim um Gnade geben, doch vergebens. Die Anführer der Empörung in der Stadt und Umgegend wurden ausgespürt und 18 zu Neustadt gerichtet."(53). Unter den 18 in Neustadt Geköpften war auch ein Peter Hofmann von Gutenstetten, den DEININGER „Bauernrebell" nennt(54). Leider erfahren wir über diesen Peter Hofmann nicht mehr. Immerhin wäre vorstellbar, dass er eine Zeit lang den Gutenstettener Haufen anführte. Max Döllner, der Neustädter Heimatforscher, hat nun gerade diesem Haufen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt: Vom ursprünglichen Idealismus der Bauernbewegung sei bei ihm kein Funke mehr vorhanden und sein Vorgehen nur von Rohheit und Habsucht bestimmt gewesen. Die Zerstörung der Schlösser von Dachsbach, Hohenkottenheim, Ullstadt, Sugenheim und Speckfeld sowie der Klöster Riedfeld, Birkenfeld und Münchsteinach gehe auf sein Konto(55). DöLLNER scheint hier noch der früher üblichen fürstenfreundlichen Darstellung des Bauernkriegs zu folgen. Wenn wir die spärlichen Nachrichten richtig deuten, war Peter Hofmann ein Mann aus einfachem Stand, der sich getraute, aus der Masse der Mitläufer herauszutreten und die riskante Rolle eines Revolutionärs zu übernehmen. Soweit wir die Namen kennen, wurden die Bauern vor allem von Pfarrern oder Edelleuten angeführt. Hier aber taucht ein Mann vom Dorfe auf, der in vorderster Linie für das Recht der Unterdrückten eintrat. Mag er roh und gewalttätig gewesen sein, ein Vorkämpfer für die Sache der „kleinen Leute" verdient unseren Respekt - und „gewalttätig" waren ihre Gegner, die Fürsten, allemal. Heute wissen wir, dass die zeitgenössischen Berichte über den Bauernkrieg mit Vorsicht zu lesen sind. Sie stammen aus der Feder der Sieger und ergriffen fast immer deren Partei. Die Aufständischen zogen nicht als Haufen schlecht bewaffneter, fast immer besoffener Bauern plündernd und sengend durchs Land. Meistens waren die Bauernheere straff geführt und verhältnismäßig gut bewaffnet. Ihre Gegner hatten allen Grund, sie zu fürchten. Fast allgemein hat sich heute auch die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Bauern für ihren Kampf berechtigte Gründe hatten. Letztlich gab ihnen ihr Glaube an die Freiheit des -jedes! - Christenmenschen ihre Kraft (56). Zunächst hatte Luther an die Herren eine „Ermahnung zum Frieden auf die zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben" gerichtet, aber mitten in dem von beiden Seiten mit Erbitterung geführten Vernichtungskrieg läuft er zur Seite der Obrigkeit über. Mit seinem Aufruf zum Einschreiten „wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern" gibt er den Grundherrn und ihren Grausamkeiten gar noch ein gutes Gewissen. Beide Schriften erscheinen im Bauernkriegsjahr 1525. Für die Liquidierung, also für die Wiedergutmachung der Schäden des Bauernkrieges, wurde nach traditionellem Muster gesorgt, wonach die Oberen die Lasten nach unten weitergaben. Die markgräflichen Behörden legten dem Kloster Münchsteinach eine „Brandschatzung" (eine Art Reparation)auf, die Schuldfrage spielte dabei keine Rolle. Das Kloster seinerseits gab die Belastungen an seine Untertanen, also an die Bauern seiner Klosterdörfer weiter. Bei ihnen blieben sie nun hängen. 1526 legte der Abt der markgräflichen Verwaltung eine Liste mit den Namen zwangsbesteuerter Bauern vor, die behaupteten, die Abgaben nicht leisten zu können, und die lieber Haus und Hof verlassen würden, wenn man ihnen nicht Barmherzigkeit erweise. Auch Gutenstettener Bauern scheinen sich gegen die „Brandschatzung" gesträubt zu haben, denn Abt Christoph erklärt gegenüber der Behörde, dass die Bauern von Gutenstetten immer noch stolz und übermütig seien. Dann fährt er fort: So nackt und verelendet, dass sie die auferlegte Steuer (die „Brandschatzung") nicht zahlen könnten, seien sie nicht; denn mit der Hilfe des Abtes hätten sie ihre Häuser und Höfe wiederhergestellt, obwohl „diese meine Untertanen in Gutenstetten im vergangenen bäuerlichen Aufruhr nicht die unbedeutenden, sondern die herausragendsten [Bösewichter] und auch Zecher gewesen seien, die mein Kloster geplündert, verbrannt, mich gefangen hinweggeführt, bei fünf Wochen schmachvoll festgehalten, mit mir Schindluder getrieben und meine Gesundheit ruiniert hätten..."57. Der Abt weigert sich auch, auf das Gesuch der Gemeinde Gutenstetten um Nachlass der halben Herrensteuer einzugehen und vergisst nicht zu betonen, „dass das Kloster arm sei"58. Bild: Staatsbibliothek Bamberg, Sign. R.B.H. bell f1 fol.33 (Ausschnitt) Man schätzt, dass der gescheiterte Bauernaufstand mehr als 100 000 Bauern das Leben gekostet hat. Er hat den Bauernstand um Jahrhunderte zurückgeworfen. Der Adel aber rückte alsbald wieder in seine alten Stellungen ein. Die unbequemen Burgen werden häufig nicht mehr repariert, man baut lieber Schlösser in Ortsnähe. 53 BENSEN, S. 459. 54 DEININGER, Geschichtliche Nachrichten, S. 9. 55 DÖLLNER, Entwicklungsgeschichte, S. 144. 56 Friedrich Engels schildert bereits 1850 den Bauernkrieg aus der Sicht der Bauern und der „kleinen Leute": Friedrich ENGELS, Der deutsche Bauernkrieg, erstmals gedruckt 1850. (Information aus dem Internet). 57 Zitiert bei PFEIFFER, Rechtsstellung, S. 270. 58 Bay. Staatsarchiv Bamberg, Rep. C 3, Nr. 1502. Weiterführende Informationen zu den Bauernkriegen (Textsammlung)Textsammlung zusammengestellt: von Karl-Horst Ott Die Bauern trugen die Hauptlast zur Aufrechterhaltung der Feudalgesellschaft: Fürsten, Adel, Beamte, Patrizier und der Klerus lebten von deren Arbeitskraft. Die Ausbeutung brachten die Bauern infolge der fixierten mengenmäßigen Abgaben häufig an den Rand des Ruins. Angeregt durch die Lehren der Reformation versuchten die Bauern am Anfang des 16. Jahrhunderts ihre alten Rechte und Möglichkeiten, welche durch die Ausweitung der Landesherrschaft beschnitten wurden, mit Gewalt wiederherzustellen. Es kam zu Aufständen, von denen der bedeutendste der Große Bauernkrieg war, der von 1522 bis 1525 dauerte. Im Verlauf der Aufstände kam es zu Plünderungen von Dörfern, Klöstern, Schlössern und Kirchen. Sie endeten mit dem blutigen Sieg der Fürsten und dem grausamen Gericht über hunderttausend Bauern, die erschlagen, gehängt oder verbrannt wurden. www.ic-och.gmxhome.de/Bauernkrieginhalt.htm www.bauernkriege.de/GrosserDeutscherBK.html "Der Bauer" aus dem "Ständebuch" Holzschnitt von J.Amman, etwa 1500 (?)Zielstellung der AufständeEs ging um die Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse die in den Zwölf Artikel zum Ausdruck kommt. Die 12 Artikel beinhalteten u. a. das Folgende: * Abschaffung der Leibeigenschaft * Abschaffung des kleinen Zehnten * Jagd, Fischfang und Holzung sollten frei sein * Rückgabe der Allmende und des Gemeindewaldes an die Bauern * Freie Pfarrerwahl durch die Gemeinde * Reduzierung der Frondienste * Verbleibende Frondienste nur gegen Entschädigung * keine willkürlichen Strafen Personen jener JahreKasimir (Casimir)Markgraf von Brandenburg-Kulmbach(-Bayreuth) Markgraf von Ansbach 1515 - 1527 * 27.09.1481 in Ansbach + 21.09.1527 in Ofen verheiratet mit Prinzessin Susanne von Bayern 1 Sohn Albrecht Alcibiades * 1522 zu Ansbach, Vater: Friedrich der Ältere Bruder: Georg der Fromme Die rücksichtslose Niederschlagung des Bauernaufruhrs in Franken stempelte ihn zum Bluthund des Jahres 1525. Haufenweise ließ er die Bauern niedermachen, ihre Dörfer anzünden. Mit aller Schärfe ging er gegen die gefangenen Bauern ins Gericht. Die Rädelsführer wurden dem Scharfrichter übergeben, zu Scharen gerädert und geköpft, viele gebrandmarkt.Grausame Rache übte er an den untreuen Bürgern von Kitzingen, die mit den Bauern gemeinsame Sache machten: Er ließ sie auf dem Marktplatz massenweise blenden oder ihnen den Schwurfinger abhauen. Religiös indifferent, vermochte er zur Reformation nie eine klare Stellung einzunehmen, ganz im Gegensatz zu seinem Bruder Georg, dem treuen Anhänger Luthers. Die traurige Finanzlage der fränkischen Markgrafentümer, eine Folge der maßlosen Verschwendungssucht und Misswirtschaft des Vaters, zwang ihn zu äußerster Sparsamkeit. Trotzdem gelang es nicht, die drückende Schuldenlast zu beseitigen. Diese wurde vielmehr noch vergrößert. Im Jahre 1520 stand der jährlichen Gesamteinnahme von 22 200 Gulden eine Gesamtschuld von 108 576 Gulden gegenüber, die sich nach der Jahresrechnung von 1528 bis zu Georgs Regierungsantritt auf 473 519 Gulden erhöhte. Die gewaltige Mehrung der Schuldenlast war durch Verschwendungssucht, standesgemäße Unterhaltung der zahlreichen fürstlichen Familien sowie durch Kasimirs Kriegszüge bedingt. Dem staatsmännischen Scharfblick Kasimirs ist jedoch manche Verbesserung in der Landesverwaltung zu verdanken. (PS.Wenn skrupellos egoistischen Besitzansprüche als Scharfblick bezeichnet werden können?) 1516 führte er die Bamberger Halsgerichtsordnung des befreundeten, als Landhofmeister im zollerischen Franken wirkenden Johann von Schwarzenberg in seinen Landen ein. Durch Erlass einer Bergwerksordnung (1520) sowie die Einführung eines gemeinsamen Getreidemaßes (1515) sorgte er für die Hebung der Wirtschaftskraft. Eine Wehrordnung (1520) verpflichtete neben Söldnern und dem Adelsaufgebot Bürger und Bauern gleichmäßig zum Kriegsdienst. In der Staatsverwaltung Kasimirs herrschte ein Geist unbeugsamer Strenge, peinlicher Sparsamkeit und unerbittlicher Ordnung. Im Feldzug König Ferdinands gegen den ungarischen Thronprätendenten Johann Zapolya fungierte Kasimir als oberster Feldhauptmann. In der eroberten Stadt Ofen raffte ihn am 21. September 1527 im Alter von erst 46 Jahren die Ruhr dahin. Sein Leichnam wurde nach Heilsbronn gebracht und dort beigesetzt. Neben staatsmännischer und kriegerischer Tüchtigkeit zeigten sich bei Kasimir viele schlechte Eigenschaften: Er war hartherzig und halsstarrig, kaltberechnend und heimtückisch, herrschsüchtig und habgierig, streng, grausam und unbarmherzig, selbst gegen den eigenen Vater. Quelle:www.ic-och.gmxhome.de/biogramme.htm Florian Geyer''Florian Geyer''' (* um 1490 in Giebelstadt/Ochsenfurt; † 10. Juni 1525 im Gramschatzer Wald) war ein deutscher Ritter und Diplomat. Um 1490 als jüngster von drei Brüdern geboren, erbte Florian Geyer nach dem frühen Tod seines Vaters und seiner Brüder schon sehr jung ein beachtliches Vermögen und umfangreiche Ländereien, die ihm fortan ein von finanziellen Sorgen freies Leben erlaubten. 1512/13 führte ihn eine Reise zum König von England. 1517 wurde er nach einem Zinsstreit mit dem Stift Neumünster, das eine 350 Jahre alte Forderung ohne Beleg von ihm einforderte, exkommuniziert und blieb bis zu seinem Tode im Bann. 1519 Als Lehnsmann des Markgrafen Kasimir von Ansbach diente er im Heer des Schwäbischen Bundes als Landsknechtsführer in einer Strafexpedition gegen Herzog Ulrich von Württemberg und unter andern auch gegen dessen Amtmann in Möckmühl, Götz von Berlichingen. Im Jahr 1519 trat Geyer auf Bitte seines Lehensherren Markgraf Kasimir von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth in die Dienste von dessen Bruder, dem Hochmeister des Deutschen Ordens Albrecht von Preußen um diesen bei einer drohenden Auseinandersetzung mit dem Königreich Polen als erfahrener Hauptmann zu unterstützen. Von 1519 - 1523 stand er als Truppenführer im Dienst des Hochmeisters, für den er, als sich die militärische Lage ungünstig entwickelte, in diplomatischer Mission die Höfe Europas besuchte. Er führte 1520 die Waffenstillstandsverhandlungen mit Polen und nahm 1523 an den Verhandlungen des Schweinfurter Rittertages teil. Im gleichen Jahr begleitete er seinen Fürsten zu einem Gespräch mit Martin Luther in Wittenberg.. Er wurde ein überzeugter Anhänger Luthers und war bei Ausbruch des Bauernkieges als Berater und Verhandlungsführer der Tauberbauern tätig. Neben seiner Hilfe bei der Organisation des Bauernheeres und der Erarbeitung strategischer Grundsätze stellte Florian Geyer aus seinem Vermögen eine einige hundert Mann starke Kerntruppe im Bauernheer auf, die allgemein als "schwarzer Haufen" bekannt wurde. http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_HaufenRitter Götz von BerlichingenGötz von Berlichingen wurde 1480 in Jagsthausen geboren und entstammte einem alten schwäbischen Adelsgeschlecht. Er erhielt die übliche ritterliche Erziehung, wie das Erlernen der höfischen Sitten und des Waffenhandwerks. Seinem Stande gemäß überfiel er Kaufmannszüge und führte zahlreiche Fehden gegen geistliche Fürsten wie die Bischöfe von Würzburg und Mainz und die Städte Nürnberg und Köln, so dass 1512 und erneut 1518 die Reichsacht über ihn verhängt wurde. Danach trat er bei Herzog Ulrich von Württemberg in Diensten. Am 27. April 1525 wird von Berlichingen Führer des Hellen Haufens. www.ic-och.gmxhome.de/zeitlicher_ablauf_bauernkrieg.htm Der Legende nach sei er dies aber „mehr unfreiwillig” geworden. Er war gegen die beabsichtigte Zerstörung der Festung in Würzburg. Er kam 1528 wegen seiner Beteiligung am Bauernkrieg in Gefangenschaft und blieb bis 1530 in Haft. Im Laufe mehrjähriger Prozesse durch das Reichskammergericht wurde er freigesprochen und kämpfte dann im Dienste Kaiser Karl V. In einem seiner zahlreichen Kämpfe verlor er seine rechte Hand und wird seither der Ritter mit der eisernen Hand genannt. Götz von Berlichingen starb am 23. Juli 1562 auf Burg Hornberg (Neckarzimmern)Ortschaften GutenstettenGutenstetten: St. Johannes. 818 Am 29. I. 1438 trennte Bischof Johann von Würzburg die Kapelle des hi. Lambert in Baudenbach von der Pfarkirche in Gutenstetten. 819 Demnach darf die Entstehung der Kirche vor den Anfang des 15. Jahrhunderts gesetzt werden ( www.archive.org/stream/MN42039ucmf_3/MN42039ucmf_3_djvu.txt )MünchsteinachDie Benediktinerabtei in Münchsteinach wurde nach ihrer Plünderung aufgelöst und nicht mehr neu besetzt. Somit übernahmen ab 1529 die Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach die direkte Rechtsnachfolge in Altershausen, welche zuvor die Klosterabtei innehatte und setzten einen Amtsvogt für das Kloster ein, der sich auch um die Belange der Altershäuser kümmerte.AltershausenEs gibt keine Aufzeichnungen, ob Bauern aus Altershausen an diesen Kriegen beteiligt waren. Allerdings wurden viele Dörfer, sowie jedes Schloss und Kloster in unserer Gegend durch aufständische Bauern ausgeplündert, abgebrannt oder ausgeraubt. Besonders schwer traf es das Benediktinerkloster in Münchsteinach. Dort wurde alles lebende oder tote Inventar geplündert, alle Aufzeichnungen und Urkunden verbrannt. Es kann aber mit ziemlicher Sicherheit davon ausgegangen werden, dass auch Bauern aus Altershausen an den Plünderungen beteiligt waren, da nach der Niederschlagung des Aufstandes alle Einwohner Altershausens eine Brandsteuer zu entrichten hatten - als Strafe für die Plünderung der Klosterabtei. Auch sollen nach mündlichen Überlieferungen zwanzig Bauern aus unserer Gegend in Münchsteinach wegen ihrer Teilnahme an der Plünderung gehängt worden sein. Nach diesen unruhigen Zeiten stabilisierte sich die politische Lage für unsere Ortschaft. Es fanden keine nennenswerten und bedeutsamen geschichtlichen Ereignisse statt, die Auswirkungen für unser Dorf hatten, so dass es Kraft schöpfen konnte für das schwärzeste Kapitel in der Ortschronik.Dachsbachim Bauernkrieg (9. Mai 1525) die aufständischen Bauern, die den Ort einnehmen und plündern. Ipsheim1525: Bauernkrieg. Am Samstag vor Exaudi vernichten die von Hoheneck aus eingesetzten Reiter des Markgrafen Kasimir bei Ipsheim einen aufständischen Bauernhaufen. Zehn überlebende Bauern werden nach Ipsheim gebracht und dort enthauptet. Die Ipsheimer müssen eine Brandschatzung von 300 Gulden aufbringen.

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Update:05.07.09 22:07