Gemeinde Gutenstetten

Landkreis Neustadt a.d.Aisch
Bad Windsheim

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Die Hexe aus Gutenstetten

Das Markgrafentum Ansbach in Mittel- und Oberfranken war als ‚Kernland des Protestantismus‘ zugleich ein Zentrum der Hexenverfolgung. Die Seckendorffer als Herren von Sugenheim archivierten 12 ausführliche Geständnisse von Menschen, die 1596 als ”Hexen" hingerichtet wurden. Die Herren von Seckendorff Aberdar standen in enger Verbindung zu den Ansbacher Markgrafen. 1530 begleiteten sie den damaligen Markgrafen sogar zum Augsburger Reichstag, der die lutherische Lehre im Augsburger Bekenntnis der Reichsstände hinnehmen mußte.
Drei Monate dauerte der Hexenwahn in Sugenheim - zumindest die Hinrichtungen - und er ist verbunden mit dem Namen Hans Georg von Seckendorff. Ende Februar 1596 wurden vier Menschen verbrannt, Anfang Mai erneut acht.

Warum kam es gerade im ausgehenden 16. Jahrhundert zu diesem Fanatismus? ”Es war das Jahrhundert der Reformation, aber zugleich der ”Verunsicherung”, Nun versucht Traudl Kleefeld(1) den Hintergrund zu erhellen. Kriege, Pest, Türkengefahr, Klimaveränderungen, Mißernten und Naturkatastrophen schufen eine Endzeitstimmung, in der diese Schicksalsschläge als ”Strafe Gottes", als ”Ende der Zeit", als ”letztes Aufbäumen des Teufels gegen das Reich Gottes" gedeutet wurden. Und die Helferinnen des Teufels waren eben die Hexen. Die Ansbacher Markgrafen hatten als überzeugte Lutheraner die Absicht, die Verlotterung des Lebens zu bekämpfen und dem Teufel etwas entgegenzustellen.

Noch heute sind in vielen Gegenden Frankens unterschiedliche Sagen und Geschichten von Hexen vorhanden, in den Märchen als ”Hexen" (Hänsel und Gretel), ,,Feen" (Dornröschen) oder im Volksmund als "Drudn" bekannt. Über diesen Glauben an Magie hat sich ab dem Jahr 1000 ein kirchlicher, theologischer Überbau gebildet, der die Teufels- und Hexenlehre weiterentwickelte. Durch Geschlechtsverkehr (Buhlschaft) sollten vor allem Frauen den Pakt mit diesem Teufel vollziehen und somit den Abfall von der Kirche. Die ersonnene Strafe der Theologen für diesen Verrat an der Kirche war der Feuertod.( 2 Mos 22,17[LUT] - die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen)

”Ein schlimmes Kapitel der Dörfer hier", wie es Pfarrer Wolfgang Huber ausdrückte, selbst neu im Ehegrund als Pfarrer. Für ihn auch Gelegenheit in die ”Abgründe menschlichen Fanatismus" zu schauen und die Gegend neu kennenzulernen.

Die engagierte evangelische Christin Traudl Kleefeld ist Kirchenvorsteherin in St. Markus in Erlangen und gelernte Neuphilologin. Sie beschäftigt sich seit 1987 mit dem Thema Hexenverfolgung. 500 Jahre nach dem Erscheinen des berühmten "Hexenhammers", der Anweisung zweier Inquisitoren, wie man Hexen erkennen und ihrer habhaft werden könne. Erkennbar war das Wirken von Hexen nach dieser Anleitung in Mißernten, Fehlgeburten oder Viehtod. Man ging auf die Suche nach dem Teufelzeichen auf dem Körper, so das die Frauen schon nach der Verhaftung nackt ausgezogen und nicht selten im Rahmen der Folter vergewaltigt wurden. Traudl Kleefeld arbeitete für die evangelische Landeskirche Anfang der 90er Jahre in einer Arbeitsgruppe mit, die eine Art ”Schuldbekenntnis" der Landessynode hervorbrachte. Für Pfarrer Hermann Ruttmann, der die Historikerin in die Kirchengemeinde Deutenheim eingeladen hatte, eine Verpflichtung: ..Nur wenn wir uns als Kirche unserer schlimmen Vergangenheit stellen, können wir sicher sein daß sich diese Zeiten unter der Anleitung oder dem Segen der Kirche nicht wiederholen.«

Anhand der Frau Els Rodamerin, eine Frau aus Gutenstetten, stellt Kleefeld das Muster eines solchen Prozesses dar.
Els Rodamerin, geboren in ein bäuerliches Milieu ohne bildungsmäßige Entwicklungsmöglichkeiten, eine Zeit ungünstiger klimatischen Bedingungen des späten des 16. Jahrhunderts, ist sie hauptsächlich mit der Sicherung der täglichen Lebendbedarf durch schwere körperliche Arbeit als Magd bei ihrer Base Barbara Beller (gest.1594) beschäftigt. Durch Ihre Heirat mit Bastian Rodamer lebt sie seit 1585 in Sugenheim.

Ihr wurde Anfang 1592 ein Verhältnis zu einem Diespecker Mann ( Lorenz Schwab ) vorgeworfen verhaftet wurde sie im Januar 1596. Während des Verhörs wurde sie auf Hexerei befragt und unter Folter kam man zu den entsprechenden Ergebnissen. Vorher war schon ein Scharfrichter aus der Herrschaft Schwarzenberg geholt worden, um Folter und Hinrichtung zu organisieren. Els Rodamerin gestand, daß ein ”junger schwarzer Kerl mit einem schwarzen Bärtchen” auf sie zugekommen sei und sie aufgefordert habe, sich ihm hinzugeben, was sie auch getan habe nicht nur einmal, sondern in all den folgenden Tagen. Ihr ”Buhl" habe sie aufgefordert, die Kirche zu meiden, jedoch beim Abendmahl die Hostie nicht zu verschlucken, sondem ihm zu bringen. Eine Geschichte, die in den Akten der zwölf Geständnisse immer absonderlichere Blüten zeigte: Die ”Hexen" hätten die Milch der Kühe gemolken, die Apfelblüten mit einem Besen abgekehrt, damit es zu einer Mißernte komme, schlechtes Wetter herbeigeholt, eine Geburt aus dem Friedhof geholt und gekocht, in Ezelheim einen Kornboden heimgesucht und mit dem Teufel dort gefeiert, Wein aus den Weinkellern gestohlen oder bei Nacht in Ezelheim beim ”Drudnbirnbaum" eine Orgie mit dem Teufel gefeiert.

Else Rodamer muss fuer den Schwachsinn und Wahn einen hohen Preis zahlen. Am 27. Februar 1596 wird sie in Sugenheim zur Hexerei verurteilt und nach dem Hinrichtung durch das Schwert auf dem Scheiderhaufen verbrannt.

 

1) Die wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse sind im Band 15 der Mittelfränkischen Studien erschienen: Traudl Kleefeld, Hans Gräser, Gernot Stepper: Hexenverfolgung im Markgrafentum BrandenburgAnsbach und in der Herrschaft Sugenheim. ISBN 38777075738.0

 

2) Traudl Kleefeld u.a.:Hexenverfolgung im Markgrafentum Brandenburg-Ansbach und in der Herrschaft Sugenheim.
    Mit Quellen aus der Amtsstadt Crailsheim.Ansbach, 2001.

 
1400 Fuss

 
 

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Kirchweihhistorie in der Gemeinde GutenstettenDie Verkündung des herrschaftlichen Friedgebotes verbunden mit der Gewährung des Kirchweihschutzes in unseren Dörfern Ein uralter Kirchweihbrauch lebt wieder aufGeschichtlicher Hintergrund : Die Verkündigung des Kirchweihfriedens und Gewährung des Kirchweihschutzes war höchste politische Angelegenheit und Zeichen dafür, wer die politische Gewalt über den Ort hatte. Der Akt war mit einer Reihe hoheitlicher Aufgaben verbunden, etwa dem Recht, Marktstände und Buden zu genehmigen, Maße und Gewichte zu kontrollieren, sowie Strafen zu diktieren und Busgelder zu kassieren. Besonderes wurde auf das richtige Volumen der Maßkrüge geachtet. Nicht das es vorkommt, wie letztes Jahr an der Erlanger Bergkirchweih, dass 2000 Maßkrüge zu klein geraten waren. Sehr streng war auch das Augenmerk auf die Größe der Bratwürste und Wecken gab es dabei Beanstandungen musste der Wirt schwer zur Strafe büßen oder entsprechend viel Freibier geben. Es gab auch häufig Streitereien der Obrigkeit untereinander um das Recht der Gewährung des Kirchweihschutzes. Wie auch heute ging es damals meistens ums Geld. Unter der Herrschaft von Napoleon wurde dieser uralte Kirchweihbrauch, als nicht mehr zeitgemäß, 1806 abgeschafft.
Erstellt am 31.03.2009 von Karl-Heinz Pfund aus Gutenstetten.
ErläuterungEinleitung zum besseren Allgemeinverständnis der Zuschauer gesprochen von Karl-heinz Pfund aus Gutenstetten, der im Kostüm des Aischgründer Bierkönigs Karl I. auftritt Begrüßung : Sehr verehrte Kirchweihgäste, ein herzliches Grüß Gott zur Kirchweiheröffnung in Gutenstetten. Der älteste Ort im Aischgrund, im Herzen der Aischgründer Bierstraße gelegen, feiert an diesem Wochenende seine Kirchweih. Unsere Kelten und Brauergemeinde die ihre Gäste als Freude begrüßt, kann stolz darauf sein, zum 509. mal dieses Ereignis im Jahreslauf zu feiern. In meiner Eigenschaft als „Aischgründer Bierkönig Karl I. freue ich mich ganz besonders das es uns gelungen ist einen uralten Kirchweihbrauch wieder zu beleben. Unser Szenenspiel „Die Verkündung des herrschaftlichen Friedgebotes verbunden mit der Gewährung des Kirchweihschutzes in unseren Dörfern” Das Friedgebot wurde im Übrigen vom Büttel des Dorfes auch auf Hochzeiten verkündet.wird euch in das Jahr 1792 zurückführen. Der Markgraf von Bayreuth, unser damaliger Landesherr, hatte ein Jahr zuvor einer britischen Lady zuliebe auf seine angestammte Herrschaft verzichtet und sein Land dem preußischen König Friedrich Wilhelm II. verkauft. Aus dieser Zeit hat sich unsere Historie überliefert. Die Verkündung des Kirchweihfriedens und Gewährung des Kirchweihschutzes war höchste politische Angelegenheit und Zeichen dafür, wer die politische Gewalt über den Ort hatte. Der Akt war mit einer Reihe von hoheitlichen Aufgaben verbunden, etwa dem Recht , Marktstände und Buden zu genehmigen, Maße und Gewichte zu Kontrollieren sowie Strafen zu diktieren und Busgelder zu kassieren. Deswegen gab es häufiger Streitereien um das Recht des Kirchweihschutzes. Von Amtswegen wurde bei Kirchweihfesten für das richtige Einschenken durch Eichung der Schankgefäße gesorgt und das Bratwurstmaß überprüft. Die Kirchweihen standen unter besonderen Schutz der Obrigkeit. Die nächsten Instanzen der Obrigkeit in dieser Zeit waren für uns in Gutenstetten das Amt Dachsbach mit dem berühmten Amtmann Johann Ferdinand Herrgott an der Spitze. „Ich hör schon des Dorfes Getümmel, Hier ist des Volkes wahrer Himmel, Zufrieden jauchzet groß und klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!” ( J. W. von Goethe, Faust I , Osterspaziergang 937-940 )Verkündung des KirchweihfriedensWir, Herr Friedrich Wilhelm der 2. , König von Preußen, befehlen, gebieten und verbieten durch unseren derzeitigen Amtmann, Herrn Justizrat Johann Ferdinand Herrgott und vor allen diesen Zeugen, allen und jeder Mann, die sich hier auf öffentlichem Platz, als auch in denen Wirtshäusern einfinden, dass sich keiner gelüsten lasse, einige Ungelegenheiten anzufangen und Schend und Schmähworte, oder gar Schlägereien, sowohl bei dem Tanz, als auch Spiel sich keines Vorteils oder Betrugs zu bedienen. Wenn hernach sich große Schlägereien, Mord und Totschlag ereignen, und bei nächtlicher Weile sich einer heimlich eines Gewehrs bedient, wer mit Stein oder Prügelwerfen, oder sonstiger verbrecherischer Taten welchen Namen sie auch immer haben mögen erwischt wird hat das Friedgebot auf das gröbste verletzt. Auch soll der Feierabend, mit Tanzen und Spielen präzise um 11°° gemacht werden. Wer nun dieses unser Gebot und Verbot zu übertreten sich gelüsten läßt, der oder diejenigen sollen ohne Gnad mit zehn Gulden zur Straf gebracht werden. Sollten sich trotz unserer Gebote und Verbote Streitereien und Verbrechen ereignen, kann sich keiner damit dünken nicht vernommen zu haben was die Obrigkeit mit dem Friedgebot kundgetan hat. Wonach sich jeder zu richten hat und sich der Unwissenheit keineswegs entschuldigen kann. Gegeben im Jahr des Herrn 1889 zu Gutenstetten Erstellt von Karl-Heinz Pfund im Mai 2009 zu Gutenstetten Weitere Bilder sind hier zu sehen mehr... Bildergalerie Gutenstetten zur Kirchweih 2009.

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Update:28.07.09 09:07